{"id":343,"date":"2016-02-04T16:24:55","date_gmt":"2016-02-04T15:24:55","guid":{"rendered":"http:\/\/culturetranslations.de\/en\/?p=343"},"modified":"2016-02-04T16:24:55","modified_gmt":"2016-02-04T15:24:55","slug":"freiheit-und-respekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/freiheit-und-respekt\/","title":{"rendered":"Freiheit und Respekt"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8221;section&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;row&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8221;Text&#8221; background_layout=&#8221;light&#8221; text_orientation=&#8221;left&#8221; text_font_size=&#8221;14&#8243; use_border_color=&#8221;off&#8221; border_color=&#8221;#ffffff&#8221; border_style=&#8221;solid&#8221;]<\/p>\n<div class=\"et_post_meta_wrapper\">\n<p class=\"entry-title\">Translated and adapted from French into German<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"et_pb_text et_pb_module et_pb_bg_layout_light et_pb_text_align_left et_pb_text_0\">\n<h5 id=\"node-article-full-group-main-image--2\" class=\"main-image group-main-image field-group-div\"><strong><span class=\"title-kicker\">B\u00fcrgerproteste in der T\u00fcrkei<\/span><\/strong><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"field field-name-body-summary field-type-ds field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><em>Die anhaltenden Proteste gegen die Erdogan-Regierung stehen f\u00fcr ein neues politisches Bewusstsein gro\u00dfer Teile der Zivilbev\u00f6lkerung und einen demokratischen Aufbruch am Bosporus, meint die renommierte t\u00fcrkische Soziologin Nilufer G\u00f6le.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"content-body clearfix\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit Wochen h\u00e4lt sich der Protest gegen die Bauvorhaben und die Politik der Erdogan-Regierung in allen gro\u00dfen Metropolen der T\u00fcrkei \u2013 Proteste, die inzwischen den Charakter von fl\u00e4chendeckenden st\u00e4dtischen Aufst\u00e4nden annehmen.<\/p>\n<p>Selbst die oftmals gewaltsamen Interventionen der Polizei k\u00f6nnen die Menschen nicht davon abhalten, auf die Stra\u00dfen zu gehen und zu demonstrieren. Andere Einwohner stehen auf ihren Balkonen und begleiten die Protestges\u00e4nge mit rhythmischen Schl\u00e4gen auf Kocht\u00f6pfen. Dabei gelingt ihnen, ihren Unmut \u00fcber das Erdogan-Regime auf friedliche Weise und jenseits politischer Parolen Ausdruck zu verleihen.<\/p>\n<p>Trotz des zunehmenden Polizeieinsatzes gegen die tobenden Massen ist dieser durch junge Menschen initiierte Aufstand in den St\u00e4dten, dem sich mittlerweile auch die Mittelschicht und viele Frauen angeschlossen haben, nicht zu bremsen. Die Wolken aus Tr\u00e4nengas, die \u00fcber den Himmel ziehen und sowohl ein Zeichen der Luftverschmutzung als auch der Unterdr\u00fcckung darstellen, bewirken blo\u00df, dass die Wut der normalen B\u00fcrger noch gr\u00f6\u00dfer wird.<\/p>\n<p>\u200b\u200bDie moralisierenden Eingriffe in die Lebensweisen der B\u00fcrger haben zweifelsohne zugenommen. Die j\u00fcngsten Regelungen, die das Verbot des Verkaufs von Alkohol vorsehen, sowie das Verbot von jeglichen Bildern, Werbungen, oder Filmszenen, die zum Konsum von Alkohol verleiten k\u00f6nnten, waren ein Ausl\u00f6ser. Studenten, Kaufleute und vor allem Schauspieler, S\u00e4nger und Regisseure wurden aktiv, da sie eine Einschr\u00e4nkung ihrer individuellen und k\u00fcnstlerischen Freiheiten bef\u00fcrchteten.<\/p>\n<p><strong>Politik der eisernen Hand: Demokratie \u00e0 la Erdogan<\/strong><\/p>\n<p>Zudem hat der ausufernde autorit\u00e4re Machtanspruch und der moralisierende Stil sowie Diskurs Erdogans die \u00f6ffentliche Meinung tief gespalten und beleidigt. Erdogan weist seine Gegner zurecht, indem er sie als \u201eAu\u00dfenseiter\u201c, \u201eTaugenichtse\u201c oder \u201eS\u00e4ufer\u201c beschimpft. Sein verachtendes Vokabular sorgte f\u00fcr kollektive Emp\u00f6rung.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt provozierte er mit einem neuen Br\u00fcckenprojekt \u00fcber dem Bosporus, eine Br\u00fccke, die den Namen Yavuz Sultan Selim tragen soll, was Reminiszenzen an die Massaker an den Aleviten wachruft. \u201eRespekt\u201c lautet denn auch der neue Slogan, den man auf den Mauern in vielen St\u00e4dten prangen sieht und der den Schutz privater und \u00f6ffentlicher Freiheiten einfordert.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat sich die Regierungsform zunehmend in eine Alleinherrschaft verwandelt, \u00e4hnlich wie in der Zeit des Sultanats. Erdogan hat vom Mehrheitsrecht und von der Abwesenheit einer wahrhaftigen politischen Opposition profitiert und hat nicht gez\u00f6gert, die wichtigsten Entscheidungen selbst zu treffen, ohne die n\u00e4chsten Betroffenen, die B\u00fcrger oder sein eigenes politisches Umfeld dar\u00fcber zu informieren. Nun wendet sich dieses pers\u00f6nliche Machtstreben, das im \u00f6ffentlichen Raum sichtbar ist, gegen ihn und beschw\u00f6rt die Wut gegen seine Person herauf.<\/p>\n<p>Das Verbot der Redefreiheit, die Bestrafung der politischen Gegner, insbesondere der Journalisten, die ihre Arbeit verloren haben und Presseh\u00e4user, die ihre politische Linie \u00e4ndern mussten, haben den \u00f6ffentlichen Diskurs stark eingeschr\u00e4nkt. So wurden die letzten Demonstrationen auf dem Taksim-Platz von den wichtigsten Fernsehsendern nicht ausgestrahlt.<\/p>\n<p><strong>Gibt es einen \u201eT\u00fcrkischen Fr\u00fchling\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Einige politische Beobachter assoziieren die Demonstrationen in der T\u00fcrkei mit dem \u201eArabischen Fr\u00fchling\u201c, mit den Protesten auf dem Tahrir\u2013Platz in Kairo, als Ausdruck f\u00fcr die Wut der Bev\u00f6lkerung auf das autorit\u00e4re Mubarak-Regime. Andere sehen Parallelen zu den Protesten von europ\u00e4ischen Globalisierungsgegnern gegen die internationalen Wirtschaftsm\u00e4chte. Die t\u00fcrkische Protestbewegung beinhaltet \u00e4hnliche aber auch spezifische Elemente. Wie in den beiden genanten F\u00e4llen handelt es sich in der T\u00fcrkei um eine \u00f6ffentliche Protestbewegung.<\/p>\n<p>\u200b\u200bDort wo der \u201eArabische Fr\u00fchling\u201c die Stimme der Mehrheit in der Demokratie fordert, wendet sich die t\u00fcrkische Protestbewegung gegen die Tyrannei der Mehrheit. W\u00e4hrend die europ\u00e4ischen Aktivisten durch die Wirtschaftskrise geschw\u00e4cht wurden, sind die t\u00fcrkischen Nachbarn mit einer spezifischen Form des Kapitalismus \u201e\u00fcbers\u00e4ttigt\u201c.<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr das Entstehen der t\u00fcrkischen Protestbewegung l\u00e4sst sich nur im urspr\u00fcnglichen Kontext begreifen. Denn die Verteidigung einiger B\u00e4ume im \u00f6ffentlichen Gezi-Park in Istanbul ist nicht einfach nur ein Vorwand f\u00fcr das \u00f6ffentliche Aufbegehren. Vielmehr hat das Projekt der Zerst\u00f6rung des Parks zugunsten des Baus eines Einkaufszentrums ein neues kritisches Bewusstsein geweckt.<\/p>\n<p><strong>Das Erwachen eines neuen kritischen Bewusstseins<\/strong><\/p>\n<p>Die Besetzung des Gezi-Parks reflektiert den Widerstand gegen die st\u00e4dtischen Baumanahmen der letzten zehn Jahre. In der T\u00fcrkei hat der Kapitalismus eine materielle Gestalt angenommen, etwa in Form von Shopping-Malls, als Symbole des globalen Finanzkapitalismus, die sich der Kontrolle und Zustimmung durch die B\u00fcrger entzogen hat.<\/p>\n<p>T\u00fcrkische B\u00fcrger, die dem wirtschaftlichen Aufschwung in ihrem Land zu Beginn enthusiastisch entgegensahen, zeigen nun Besorgnis \u00fcber den uners\u00e4ttlichen Konsumrausch, der die st\u00e4dtische Umgebung, das Zusammenleben und die \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze vernichtet. Die Zerst\u00f6rung des Gezi-Parks und dessen Umwandlung in einen Ort des Konsums bedeutet in den Augen der Bewohner die Beschlagnahmung der \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze durch den privaten Kapitalismus.<\/p>\n<p>In dem Moment, in dem das Schweigen \u00fcber den armenischen V\u00f6lkermord in der \u00d6ffentlichkeit gebrochen wurde, die Armee sich aus dem politischen Leben zur\u00fcckgezogen hat und allm\u00e4hlich die Zeit gekommen ist, auch mit den kurdischen Nationalisten Frieden zu schlie\u00dfen, k\u00fcndigt diese Protestbewegung die Notwendigkeit einer neuen \u00f6ffentlichen Kultur an, die auf Anerkennung ihrer Rechte, und dem friedlichen Zusammenleben der Menschen basiert.<\/p>\n<p>Diese Protestbewegung, die Polarisierung und Stigmatisierung ablehnt, verbindet Menschen \u00fcber ehemalige Meinungsdifferenzen hinweg. Es handelt sich zwar um eine vorwiegend s\u00e4kul\u00e4re Bewegung, die jedoch von jeglicher repressiven Form des Laizismus Abstand nimmt.<\/p>\n<p>Das Credo dieser nach Freiheit und Einheit strebenden Protestbewegung lie\u00dfe sich mit den Worten des ber\u00fchmten t\u00fcrkischen Dichters Nazim Hikmet auch wie folgt zusammenfassen: \u201eLebe wie ein Baum alleine und frei, lebt als Br\u00fcder wie die B\u00e4ume eines Waldes\u201c.<\/p>\n<p><em>Nil\u00fcfer G\u00f6le<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a9 Le Monde 2013<\/em><\/p>\n<p><em>Nil\u00fcfer G\u00f6le ist Soziologin an der \u201eEcole des Hautes Etudes en Sciences Sociales\u201c in Paris.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Franz\u00f6sischen von Julie Schwannecke<\/em><\/p>\n<p><em>Redaktion: Arian Fariborz\/Qantara.de<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/de.qantara.de\/inhalt\/burgerproteste-in-der-turkei-freiheit-und-respekt\">Please read the original of the german translation here. <\/a><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"copy-paste-block\">\n<h3 class=\"tt2\">Le jardin Gezi occup\u00e9 voit refleurir la libert\u00e9<\/h3>\n<p>Original article in French from \u201eLe Monde\u201c<\/p>\n<div id=\"articleBody\" class=\"contenu_article js_article_body\">\n<p class=\"taille_courante\">Depuis une semaine, les mouvements de protestation se propagent dans toutes les grandes villes de Turquie, s\u2019apparentant \u00e0 une insurrection urbaine et g\u00e9n\u00e9ralis\u00e9e. Malgr\u00e9 les interventions de la police, souvent tr\u00e8s violentes, les gens n\u2019h\u00e9sitent pas \u00e0 descendre dans les rues. D\u2019autres habitants, sur leurs balcons, participent en famille au chorus de la protestation, en tapant sur des casseroles. Ils trouvent des moyens de protestation pacifique, sans slogans politiques pour exprimer leur \u201eras-le-bol\u201c contre le r\u00e8gne du premier ministre Recep Tayyip Erdogan.<\/p>\n<p>Un mouvement urbain, commenc\u00e9 par des jeunes, suivi par les classes moyennes, avec une forte pr\u00e9sence de femmes, qui ne faiblit pas malgr\u00e9 le d\u00e9ploiement des forces de police anti-\u00e9meute. Les nuages de gaz lacrymog\u00e8ne qui voilent le ciel et sont autant une pollution qu\u2019un symbole de l\u2019oppression ne font qu\u2019accro\u00eetre la col\u00e8re des citoyens ordinaires.<\/p>\n<p>La restriction des libert\u00e9s d\u2019expression et la p\u00e9nalisation des opposants, notamment des journalistes, qui ont perdu leur travail, et de la presse, qui a chang\u00e9 sa ligne \u00e9ditoriale, a musel\u00e9 la parole publique. Les derni\u00e8res manifestations \u00e0 Taksim n\u2019ont pas \u00e9t\u00e9 couvertes par les principales cha\u00eenes de t\u00e9l\u00e9vision.<\/p>\n<p>Les intrusions moralisantes dans les modes de vie des citoyens se sont multipli\u00e9es. Les derniers r\u00e8glements visant la restriction de la vente d\u2019alcool et l\u2019interdiction de toute image, publicit\u00e9 ou sc\u00e8ne de film qui inciterait \u00e0 la consommation d\u2019alcool ont \u00e9t\u00e9 un d\u00e9clic. Etudiants, commer\u00e7ants et surtout com\u00e9diens, chanteurs et metteurs en sc\u00e8ne se sont mobilis\u00e9s, craignant une entrave \u00e0 leurs libert\u00e9s, individuelle et artistique.<\/p>\n<p>Au-del\u00e0 de la d\u00e9rive autoritaire et moralisante du pouvoir, c\u2019est le style et le discours d\u2019Erdogan qui ont profond\u00e9ment offens\u00e9 l\u2019opinion publique. Il bl\u00e2me ses opposants en les qualifiant de <em>\u201e<\/em> <em>marginaux<\/em> <em>\u201e<\/em>, de <em>\u201e<\/em> <em>voyous<\/em> <em>\u201e<\/em> ou encore d\u2018<em>\u201e<\/em> <em>ivrognes<\/em> <em>\u201e<\/em>. Son vocabulaire m\u00e9prisant suscite l\u2019indignation collective. Il fait scandale en donnant au nouveau pont du Bosphore le nom de Yavuz Sultan Selim, qui \u00e9voque les massacres des alevis. La revendication du <em>\u201e<\/em><em> respect<\/em> <em>\u201e<\/em>, ce mot devenu slogan et tagu\u00e9 sur les murs des villes, exprime l\u2019exigence du retour \u00e0 la civilit\u00e9 dans la vie publique en Turquie.<\/p>\n<p>Le mode de gouvernance a subi, ces derni\u00e8res ann\u00e9es, une personnalisation qui rappelle le sultanat. Devenu majoritaire, sans opposition politique importante, Erdogan n\u2019h\u00e9site pas \u00e0 prendre des d\u00e9cisions seul, sans daigner consulter ni les principaux concern\u00e9s, les riverains, ni son propre entourage politique. Cette personnalisation du pouvoir, qui passe par son omnipr\u00e9sence dans l\u2019espace public, se retourne contre lui aujourd\u2019hui et cristallise toute la col\u00e8re contre sa personne.<\/p>\n<p>Pour certains, \u00e0 l\u2019instar d\u2019un \u201eprintemps arabe\u201c, ces manifestations ressemblent \u00e0 l\u2019occupation de la place Tahrir et indiqueraient la col\u00e8re de la population contre le r\u00e9gime politique autoritaire. Pour d\u2019autres, ces mouvements montrent des parall\u00e8les avec ceux des \u201eindign\u00e9s\u201c d\u2019Europe contre les puissances \u00e9conomiques globales. La contestation turque porte en elle des \u00e9l\u00e9ments communs mais aussi sp\u00e9cifiques. Comme dans les deux pr\u00e9c\u00e9dents cas, le mouvement turc se manifeste comme un mouvement public.<\/p>\n<p>Mais si le \u201eprintemps arabe\u201c revendiquait la voix de la majorit\u00e9 dans la d\u00e9mocratie, le mouvement turc se dresse contre le majoritarisme d\u00e9mocratique. Alors que les \u201eindign\u00e9s\u201c europ\u00e9ens sont pr\u00e9caris\u00e9s par la crise \u00e9conomique, les riverains turcs sont satur\u00e9s du \u201etrop plein\u201c d\u2019un certain capitalisme.<\/p>\n<p>Il faut chercher le sens de la protestation dans son moment originel. D\u00e9fendre quelques arbres dans le jardin public Gezi \u00e0 Istanbul n\u2019est pas qu\u2019un simple pr\u00e9texte de contestation politique. Le projet de destruction du jardin au profit de la construction d\u2019un centre commercial a \u00e9veill\u00e9 une nouvelle conscience critique. L\u2019occupation de Gezi exprime la r\u00e9sistance \u00e0 l\u2019\u00e9gard du mode d\u2019am\u00e9nagement urbain en cours depuis les dix derni\u00e8res ann\u00e9es. En Turquie, le capitalisme s\u2019incarne dans les centres commerciaux, devenus les symboles concrets de ce capitalisme global et financier qui \u00e9chappe \u00e0 l\u2019emprise du citoyen. Le riverain turc, enthousiaste au d\u00e9but de l\u2019essor \u00e9conomique, est aujourd\u2019hui critique face \u00e0 l\u2019insatiabilit\u00e9 du consum\u00e9risme qui d\u00e9truit l\u2019environnement urbain, le vivre-ensemble et la place publique. Raser, transformer le jardin Gezi en lieu de consommation signifie, aux yeux des habitants, la confiscation de la place publique par le capitalisme priv\u00e9.<\/p>\n<p>Au moment o\u00f9 le tabou sur le g\u00e9nocide arm\u00e9nien tombe, o\u00f9 il est question de faire la paix avec les nationalistes kurdes, o\u00f9 l\u2019arm\u00e9e s\u2019est retir\u00e9e de la vie politique, ce mouvement annonce la n\u00e9cessit\u00e9 d\u2019une nouvelle culture publique de reconnaissance et de rassemblement. L\u2019avenir de la d\u00e9mocratie en Turquie r\u00e9side dans le credo de ce mouvement, qui appelle le pouvoir \u00e0 tenir sa langue, \u00e0 contenir sa volont\u00e9 d\u2019intrusion morale et \u00e0 bannir la violence. Contre la politique de la polarisation et de la stigmatisation, le mouvement r\u00e9unit au-del\u00e0 des anciens clivages. De sensibilit\u00e9 majoritairement s\u00e9culi\u00e8re, il n\u2019adh\u00e8re pas pour autant \u00e0 une la\u00efcit\u00e9 r\u00e9pressive. Le po\u00e8me de Nazim Hikmet r\u00e9sume l\u2019\u00e2me de ce mouvement libertaire et rassembleur : <em>\u201eVivre comme un arbre seul et libre, vivre en fr\u00e8res comme les arbres d\u2019une for\u00eat<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"copy-paste-block\">\n<p><span id=\"publisher\" data-source=\"LE MONDE\">LE MONDE<\/span> | <time datetime=\"2013-06-06T08:11:06+02:00\">06.06.2013 \u00e0 08h11<\/time> \u2022 Mis \u00e0 jour le <time datetime=\"2013-06-06T14:17:30+02:00\">06.06.2013 \u00e0 14h17<\/time> | <span class=\"signature_article\"> Par <span class=\"auteur txt2_120\"> Nil\u00fcfer G\u00f6le (Sociologue \u00e0 l\u2019Ecole des hautes \u00e9tudes en sciences sociales) <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/idees\/article\/2013\/06\/06\/le-jardin-gezi-occupe-voit-refleurir-la-liberte_3424795_3232.html#XlRF1d8Az4seq7Kb.99\"><em>You can find the original article in french here. <\/em><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Translated and adapted from French into German B\u00fcrgerproteste in der T\u00fcrkei &nbsp; Die anhaltenden Proteste gegen die Erdogan-Regierung stehen f\u00fcr ein neues politisches Bewusstsein gro\u00dfer Teile der Zivilbev\u00f6lkerung und einen demokratischen Aufbruch am Bosporus, meint die renommierte t\u00fcrkische Soziologin Nilufer G\u00f6le. &nbsp; Seit Wochen h\u00e4lt sich der Protest gegen die Bauvorhaben und die Politik der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[105],"tags":[],"class_list":["post-343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-translations-from-french-into-german"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}