{"id":194,"date":"2016-01-04T00:45:39","date_gmt":"2016-01-03T23:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/culturetranslations.de\/en\/?p=194"},"modified":"2016-01-04T00:45:39","modified_gmt":"2016-01-03T23:45:39","slug":"kulturelle-vielfalt-als-bereicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/kulturelle-vielfalt-als-bereicherung\/","title":{"rendered":"Kulturelle Vielfalt als Bereicherung"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8221;section&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;row&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8221;Text&#8221; background_layout=&#8221;light&#8221; text_orientation=&#8221;left&#8221; text_font_size=&#8221;14&#8243; use_border_color=&#8221;off&#8221; border_color=&#8221;#ffffff&#8221; border_style=&#8221;solid&#8221;]<\/p>\n<div class=\"et_pb_text et_pb_module et_pb_bg_layout_light et_pb_text_align_left et_pb_text_0\">\n<h4><strong><span class=\"Apple-style-span\">Interreligi\u00f6<\/span><span class=\"Apple-style-span\">se<\/span><span class=\"Apple-style-span\"> Partnerschaften in Deutschland<\/span><span class=\"Apple-style-span\">\u00a0<\/span><\/strong><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p><em>Interreligi\u00f6se Partnerschaften sind heute in Deutschland keine Seltenheit mehr. Doch wie erleben diese Paare das allt\u00e4gliche Zusammenleben und wie gehen sie mit der Kultur, den Traditionen und Wertevorstellungen des Partners um? Einblicke von Julie Schwannecke.<\/em><\/p>\n<p><span id=\"more-173\"><\/span>Kyra ist Deutsche, in der Bonner Gegend geboren und aufgewachsen, Omid hat seine Kindheit in Kabul verbracht und kam mit elf Jahren zusammen mit seinen Eltern und seinen f\u00fcnf Br\u00fcdern aus Afghanistan nach Deutschland. Kyra und Omid lernten sich w\u00e4hrend ihrer Ausbildung im Krankenpflegedienst vor sechs Jahren kennen. Seit zweieinhalb Jahren sind die Medizinstudenten ein Paar.<\/p>\n<p>Von Konflikten aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft und Religion k\u00f6nnen beide kaum berichten. Dass Omid zum Beispiel als Muslim kein Schweinefleisch isst, findet Kyra unproblematisch. \u201cEs ist eigentlich nichts, was mich einschr\u00e4nken w\u00fcrde. Es ist etwas, das man beim anderen einfach nur registriert\u201d, so Kyra. Und Omid f\u00fcgt hinzu: \u201cMan versucht die Mitte zu finden, und eigentlich sind die Unterschiede gar kein Hindernis, weil man gut damit zurecht kommt.\u201d<\/p>\n<p>Dass einige Gewohnheiten zu Beginn etwas befremdlich sind, bestreiten beide nicht. Kyra kann sich zum Beispiel noch gut daran erinnern, als Omids Mutter einmal nach einem Brauch \u00e4lterer Frauen in Afghanistan vor die T\u00fcr ging und einen Topf mit Weihrauch schwenkte, durch den beide hindurch gehen sollten.<\/p>\n<p>\u201cAm Anfang wusste ich \u00fcberhaupt nicht, was los ist und was ich tun sollte\u201d, beschreibt sie ihre erste Reaktion. \u201cAber dann hat man mir erkl\u00e4rt, dass das eine Art Segen ist, den die Familie den Reisenden mitgibt, und der sie auf ihrem Weg besch\u00fctzen soll. Das ist so \u00e4hnlich wie wenn man jemandem eine gute Reise w\u00fcnscht, nur noch st\u00e4rker.\u201d<\/p>\n<p><strong>Jeder nach seiner Fa\u00e7on<\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>Gelebter Glaube: Kyra sch\u00e4tzt es, dass Omids Eltern ihre Religion an ihre Kinder weitergeben, weil sie dadurch erf\u00e4hrt, wie Religion t\u00e4glich praktiziert wird.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u201cEin anderes Mal erz\u00e4hlte mir Omid, dass er vor dem Essen immer betet. Und eigentlich betet er mit seiner Familie auch immer nochmal nach dem Essen.\u201d<\/p>\n<p>Kyra bedauert, dass die Religion in ihrem eigenen Leben einen so untergeordneten Stellenwert einnimmt. Sie erz\u00e4hlt, dass sie selbst in einer interreligi\u00f6sen Familie gro\u00df geworden ist, da ihr Gro\u00dfvater Jude war und ihre Gro\u00dfmutter Protestantin.<\/p>\n<p>Sie selbst erhielt die christliche Taufe und h\u00e4tte sich gew\u00fcnscht, mehr von dem j\u00fcdischen Glauben und der Kultur mitzubekommen. Doch der Gro\u00dfvater hatte damals, wahrscheinlich um seine Familie zu sch\u00fctzen, seinen Glauben nicht an seine Kinder weitergegeben.<\/p>\n<p>Somit hat sie Religion immer als etwas Unterdr\u00fccktes erlebt. Sie geht zwar ab und zu in die Kirche, hat aber dennoch das Gef\u00fchl, dass Religion und Glaube in ihrem Alltag fehlen.<\/p>\n<p>Umso mehr sch\u00e4tzt sie es, dass Omids Eltern ihre Religion an ihre Kinder in dieser Form weitergeben, weil sie mitbekommt, wie Religion t\u00e4glich gelebt wird. \u201cSo wie sie ihre Religion leben, w\u00fcrde ich sie auch gerne leben\u201d, meint sie.<\/p>\n<p>Ob die Familie denn ein Problem mit der Religion oder Kultur des Partners ihres Kindes habe?\u00a0Ganz im Gegenteil, meint Omid, der findet, das Kyra sehr gut in seiner Familie aufgenommen wurde. Das liege seiner Meinung nach aber auch an ihr selbst, an ihrer offenen Art und an ihrem Interesse, das sie seiner Familie und der afghanischen Kultur entgegenbringe.<\/p>\n<p><strong>Beratung im Konfliktfall<\/strong><\/p>\n<p>Nicht immer schaffen es Paare mit interreligi\u00f6sem Hintergrund, ihre Probleme alleine zu l\u00f6sen und Antworten auf dr\u00e4ngende Fragen zu finden. Hidir \u00c7elik ist Leiter der Evangelischen Migrations- und Fl\u00fcchtlingsarbeit in Bonn und bietet neben seiner Besch\u00e4ftigung mit den Themenfeldern Integration und Migration auch Beratungsgespr\u00e4che f\u00fcr interreligi\u00f6se Paare an.<\/p>\n<p>\u00c7elik betont, dass gerade die Familien einen besonders starken Einfluss auf die Beziehung h\u00e4tten. Wenn einer der Partner in der Familie des anderen nicht akzeptiert wird, f\u00fchre dies meist zu Konflikten innerhalb der Beziehung. Dies belaste auch die Kinder des Paares, da die Ablehnung oftmals auf sie \u00fcbertragen werde. Auch wenn das Paar sich entscheide, den Kontakt zu den Eltern ganz abzubrechen, stelle dies oftmals eine Belastung dar, die nur wenige Beziehungen verkraften und an der sie letztendlich scheitern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch, seine Bedenken frei \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen, Fragen zu stellen und auch Antworten zu bekommen, sind daher f\u00fcr \u00c7elik wichtig, um Missverst\u00e4ndnisse in den Familien aufzukl\u00e4ren. Dies bilde auch die Grundlage f\u00fcr jedes Beratungsgespr\u00e4ch und letztendlich auch f\u00fcr das Funktionieren interreligi\u00f6ser Partnerschaften.<\/p>\n<p>Insbesondere bei der Kindererziehung seien sich viele Paare uneinig, wenn es darum geht, welche Namen die Kinder erhalten oder welche Sprache sie zuerst erlernen sollten. Manchmal streite man auch \u00fcber banale Dinge, denn jeder sei ja von seiner eigenen Erziehung und Kultur \u00fcberzeugt und wolle die Werte seiner Kultur an seine Kinder weitergeben, so \u00c7elik.<\/p>\n<p><strong>Keine Aufgabe der eigenen Identit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>\u201cIn den Gespr\u00e4chen versuchen wir dann den Eltern zu vermitteln, dass ihr Kind die Grundlagen beider Religionen lernen sollen, damit es von beiden profitieren und im Erwachsenenalter selbst entscheiden kann, welcher Religion es sich zugeh\u00f6rig f\u00fchlt. Auch wenn die Eltern keine Einigung erzielen und es sogar zur Trennung kommt, ermutigen wir sie, das Kind dennoch gemeinsam zu erziehen und beide Religionen gleich zu respektieren. Es sei denn beide Seiten verzichten auf eine religi\u00f6se Erziehung\u201d, erg\u00e4nzt er.<\/p>\n<p>Entscheidend sei letztendlich weniger die Kultur oder die Religion, sondern ob man sich mit dem Partner versteht, so \u00c7elik. \u201cDie Offenheit zur anderen Kultur und zur anderen Person ist dabei wichtig und hilfreich. Das bedeutet aber nicht, dass man seine eigene Identit\u00e4t aufgibt. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein \u2013 wichtig ist nur, dass man die Haltung des anderen respektiert, ohne ihn \u00e4ndern zu wollen. Nur dadurch kommt die Kommunikation doch erst wirklich zustande\u201d, pr\u00e4zisiert der Leiter der Evangelischen Migrations- und Fl\u00fcchtlingsarbeit.<\/p>\n<p><em>Julie Schwannecke<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a9 <span class=\"skimlinks-unlinked\">Qantara.de<\/span> 2013<\/em><\/p>\n<p><em>Redaktion: Arian Fariborz\/<span class=\"skimlinks-unlinked\">Qantara.de<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Find the original article <a href=\"https:\/\/de.qantara.de\/inhalt\/interreligioese-partnerschaften-in-deutschland-kulturelle-vielfalt-als-bereicherung\">here.<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interreligi\u00f6se Partnerschaften in Deutschland\u00a0 &nbsp; Interreligi\u00f6se Partnerschaften sind heute in Deutschland keine Seltenheit mehr. 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