{"id":1442,"date":"2016-01-04T01:12:19","date_gmt":"2016-01-04T00:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/culturetranslations.de\/en\/?p=213"},"modified":"2016-01-04T01:12:19","modified_gmt":"2016-01-04T00:12:19","slug":"die-angst-vorm-inneren-und-auseren-feind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/die-angst-vorm-inneren-und-auseren-feind\/","title":{"rendered":"Die Angst vorm inneren und \u00e4u\u00dferen Feind"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8221;section&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;row&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8221;Text&#8221; background_layout=&#8221;light&#8221; text_orientation=&#8221;left&#8221; text_font_size=&#8221;14&#8243; use_border_color=&#8221;off&#8221; border_color=&#8221;#ffffff&#8221; border_style=&#8221;solid&#8221;]<\/p>\n<div class=\"et_pb_text et_pb_module et_pb_bg_layout_light et_pb_text_align_left et_pb_text_0\">\n<div class=\"et_pb_text et_pb_module et_pb_bg_layout_light et_pb_text_align_left et_pb_text_0\">\n<p>German Translation<\/p>\n<h5><strong>Islamophobie<\/strong><\/h5>\n<p>Warum werden muslimische und westliche Gesellschaften noch immer als gegens\u00e4tzlich betrachtet, m\u00fcssten doch jegliche Vorstellungen von Unvereinbarkeit durch eine Vielzahl an wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen l\u00e4ngst ausger\u00e4umt sein? Erl\u00e4uterungen von Jocelyne Cesari, der Direktorin des Programms \u201cIslam im Westen\u201d der Harvard Universit\u00e4t.<span id=\"more-103\"><\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in wissenschaftlichen Arbeiten die These von der angeblichen Unvereinbarkeit des Islams mit dem Westen hinreichend widerlegt wurde, hat sich diese Auffassung im politischen Diskurs und in der Politikgestaltung nicht durchgesetzt.<\/p>\n<p>Im Gegenteil: Die \u00dcberzeugung, dass der Islam mit dem Westen unvereinbar sei, hat sich in den letzten 15 Jahren sogar weiter intensiviert, da man den Islam nicht mehr nur als Feind wahrnimmt, der die liberalen westlichen Demokratien von au\u00dfen bedroht, sondern auch von innen. Folglich betrachten viele Menschen in Europa und in den Vereinigten Staaten Muslime sowohl als innere als auch als externe Feinde.<\/p>\n<p>Die anhaltende Dichotomie zwischen Islam und Westen ist nicht auf die Qualit\u00e4t der akademischen Arbeit zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern vielmehr darauf, dass die Erkenntnisse nur selten von politischen und kulturellen Akteuren aufgenommen werden \u2013 ganz zu schweigen von den Medien.<\/p>\n<p>\u200b\u200bDennoch besteht Hoffnung, wenn man die soziale und kulturelle Realit\u00e4t von Muslimen besser kennt, die der extrem wahrgenommenen Trennung widerspricht \u2013 n\u00e4mlich dass Muslime im Westen die westlichen Werte und die zivile Integration bef\u00fcrworten. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnten Bildungs- und Kulturma\u00dfnahmen dazu beitragen, B\u00fcrger mit dieser Realit\u00e4t vertraut zu machen.<\/p>\n<p>Mein Buch \u201cWeshalb der Westen den Islam f\u00fcrchtet: eine Untersuchung des Islam in liberalen westlichen Demokratien\u201d analysiert Tendenzen und Stereotype in westlichen Staaten, den Islam als unzivilisiert und konservative Muslime als innere Bedrohung nationaler Werte und Identit\u00e4ten sowie als \u00e4u\u00dfere Bedrohung f\u00fcr die westlichen Zivilisationen zu betrachten.<\/p>\n<p>Verbl\u00fcffenderweise sind solche Verhaltensweisen seitens der Muslime in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern oder in den Vereinigten Staaten, die diese Angst rechtfertigen, in keiner empirischen Untersuchung belegbar.<br \/>\nTats\u00e4chlich unterscheiden sich politische Handlungen von Muslimen nicht von denen anderer B\u00fcrger. Meine Untersuchung zeigt auf, dass Muslime in Europa und in den Vereinigten Staaten sogar st\u00e4rker an die nationalen Institutionen und die Demokratie glauben als ihre Mitb\u00fcrger, und dass der Moscheebesuch in Wirklichkeit die soziale und politische Integration erleichtert.<\/p>\n<p>\u200b\u200bDennoch entsteht das Bild von Muslimen als innere Feinde der liberalen Demokratien in einer vorgefertigten, durch den Einfluss der Geschichte gepr\u00e4gten Umgebung, wobei das Bild des Feindes im Inneren zu dem bereits bestehenden Bild des Feindes von au\u00dfen hinzukommt. In den Vereinigten Staaten nahm die Wahrnehmung des Islam als Bedrohung von au\u00dfen ihren Anfang mit dem Teheraner Geiseldrama von 1979 bis 1981.<\/p>\n<p>Seit dem Mittelalter wurden Muslime vom Westen als \u201cdie Anderen\u201d betrachtet. Mit der selbst gew\u00e4hlten Definition des Westens, die auf den Konzepten des Fortschritts, der Nation, des rationalen Individuums und S\u00e4kularisierung aufbauten, grenzte sich der Westen von den muslimischen Imperien ab. Erst die Beziehung Europas zum Osmanischen Reich stellte schrittweise die Verbindung zwischen Ost und West her, was einen entscheidenden Einfluss auf die Weltpolitik des 19.Jahrhunderts hatte.<\/p>\n<p>Viele Muslime der Nachkriegsgeneration haben einen Migrationshintergrund und machen derzeit etwa f\u00fcnf Prozent der 425 Millionen der in der Europ\u00e4ischen Union lebenden Menschen aus. Mehrere Generationen von Immigranten kamen mit sehr wenigen Arbeitsfertigkeiten, im Unterschied zu den meisten Muslimen in den Vereinigten Staaten, die generell \u00fcber ein hohes Bildungsniveau und marktf\u00e4hige Kompetenzen verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Das niedrige Bildungsniveau und die geringen Jobm\u00f6glichkeiten erkl\u00e4ren die niedrige wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit von Muslimen in Europa. Zudem lebt die muslimische Bev\u00f6lkerungsschicht in Europa h\u00e4ufig in abgetrennten st\u00e4dtischen Gebieten, die durch eine hohe Kriminalit\u00e4tsrate und schlechte Lebensbedingungen gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Atlantiks besteht die Notwendigkeit, eine neue nationale Geschichte zu schreiben, um die Muslime und den Islam als Teil des Ged\u00e4chtnisses und der Kultur der nationalen Gemeinschaften, der sie angeh\u00f6ren, einzubeziehen.<br \/>\nDies wird voraussichtlich erst dann geschehen k\u00f6nnen, wenn der Islam von Parteiinteressen losgel\u00f6st ist und zu einer nationalen Angelegenheit f\u00fcr politische, soziale und religi\u00f6se Akteure aus dem gesamten ideologischen Spektrum wird.<\/p>\n<p>Die Bem\u00fchungen in den Bereichen der Bildung und der Politik innerhalb der letzten 50 Jahre, die Integration der US-Amerikaner afrikanischen Ursprungs in die nationale Geschichte der Vereinigten Staaten, sind ein gutes Beispiel f\u00fcr eine solche kollektive Bem\u00fchung.<br \/>\nHinsichtlich der Zukunft des Islams wird die Zusammenarbeit religi\u00f6ser Akteure aller Glaubensrichtungen erforderlich sein, da diese eine besondere Rolle f\u00fcr den Dialog zwischen dem Islam und anderen monotheistischen Religionen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Jocelyne Cesari<\/em><\/p>\n<p>\u00a9 Common Ground News Service 2013<\/p>\n<p>\u00dcbersetzt aus dem Englischen von Julie Schwannecke<\/p>\n<p>Redaktion: Lewis Gropp &amp; Arian Fariborz\/ <span class=\"skimlinks-unlinked\">Qantara.de<\/span><\/p>\n<p>Dr Jocelyne Cesari ist Direktorin des Programms \u201cIslam in the West\u201d der Harvard Universit\u00e4t und Senior Research Fellow am Berkley Centre for Religion, Peace and World Affairs der Georgetown University.<\/p>\n<p><em>Original im Deutschen <a href=\"http:\/\/www.google.de\/imgres?q=Julie+schwannecke&amp;rls=en&amp;bih=603&amp;biw=1344&amp;tbm=isch&amp;tbnid=PMmymNW-i2DRjM:&amp;imgrefurl=http:\/\/de.qantara.de\/content\/islamophobie-die-angst-vorm-inneren-und-ausseren-feind&amp;docid=b7iNQxqxmJxh1M&amp;imgurl=http:\/\/de.qantara.de\/sites\/default\/files\/styles\/editor_large\/public\/uploads\/2013\/05\/27\/US-Botschaft-Tehran-dpa_0.jpg%253Fitok%253DwTFW-P9D&amp;w=590&amp;h=332&amp;ei=E04yUtGeMYvKtAa_9ICwAQ&amp;zoom=1&amp;iact=hc&amp;vpx=602&amp;vpy=4&amp;dur=2262&amp;hovh=168&amp;hovw=299&amp;tx=121&amp;ty=182&amp;page=4&amp;tbnh=124&amp;tbnw=216&amp;start=76&amp;ndsp=24&amp;ved=1t:429,r:79,s:0,i:322\">hier<\/a><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>English Original<\/p>\n<h5><strong><span class=\"title-kicker\">Islamophobia<\/span><\/strong><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"title\">Evidence Does Not Support Fears of Islam in the West<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"field field-name-body-summary field-type-ds field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\">Why has a dichotomy persisted between Muslim and Western societies despite the bulk of academic research dispelling any notion of incompatibility? Director of the Islam in the West program at Harvard University Jocelyne Cesari explains.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"content-body clearfix\">\n<p>While scholarly work has debunked the idea of incompatibility of Islam with Western values, it has not really changed this dominant perception pervading political discourse and policy making. This notion of incompatibility between Islam and the West has actually intensified in the last 15 years, as the perception of Islam as the external enemy has combined with the fear of Islam within liberal Western democracies. The consequence is that Muslims are now seen by many as an internal and external enemy both in Europe and in the United States.<\/p>\n<p>The persistence of the Islam versus West dichotomy has nothing to do with the quality of academic work, but rather the fact that this work is seldom utilised by political and cultural actors, not to mention media.<\/p>\n<p><strong>Understanding the social and cultural reality of Muslims<\/strong><\/p>\n<p>Yet hope may lie in better understanding the social and cultural reality of Muslims that starkly contradicts the perceived divide \u2013 namely that Muslims in the West are supportive of Western values and civic integration. In this regard, efforts could be made to familiarise citizens with this reality through different educational and cultural means.<\/p>\n<p>\u200b\u200bMy book <em>Why the West Fears Islam: Exploration of Islam in Western Liberal Democracies<\/em> (June 2013 by Palgrave McMillan) indicates a persistent predisposition in the West to link Islam to un-civic behaviour and to see assertive Muslims as internal enemies threatening national values and identities as well as external enemies at war with Western civilisation.<\/p>\n<p>Intriguingly, there is no empirical evidence based on behaviours of Muslims in European countries or the United States that supports this fear. Actually, Muslim political practices are not different from their average fellow citizens. My investigation shows that in Europe and in the United States, Muslims express a greater trust in national institutions and democracy than their fellow citizens and that mosque attendance actually facilitates social and political integration.<\/p>\n<p>Still, the construction of Muslims as the enemy within liberal democracies takes place in a pre-existing environment influenced by history, adding the dimension of an internal enemy to the enduring feature of the external enemy.<\/p>\n<p><strong>Western concepts of progress and nation<\/strong><\/p>\n<p>Muslims have been seen as \u201eothers\u201c to the West since medieval times. More specifically, Western self-definition based on the concepts of progress, nation, rational individual and secularisation was built in opposition to Muslim empires. Europe\u2019s relationship with the Ottoman Empire gradually established the East-West binary that had a decisive impact on world politics since the 19th Century.<\/p>\n<p>\u200b\u200bIn the United States, during the 20th and 21st Centuries, the perception of Islam as the external enemy traces back to the Iranian Hostage Crisis (1979 to 1981) and became more acute after 9\/11 when Muslims came to be seen as internal enemies due to the fear of home-grown terrorism.<\/p>\n<p>Many Muslims in post-WWII Europe have an immigrant background, and are currently estimated to constitute approximately five per cent of the European Union\u2019s 425 million inhabitants. As immigrants, generations came with very low labour skills, unlike most Muslims in the United States who generally possess a high level of education and marketable skills.<\/p>\n<p>Low levels of education and few job opportunities explain poor economic performance of Muslims in Europe. Muslim immigrant populations across Europe are often concentrated in segregated, urban areas, which are plagued by delinquency, crime and deteriorated living conditions.<\/p>\n<p>There is a need across the Atlantic to rebuild national narratives to include Muslims and Islam as part of the memory and culture of the national communities they belong to.<\/p>\n<p>This can likely be done if Islam is disconnected from partisan interests and becomes a national cause for political, social and religious actors across the ideological spectrum.<\/p>\n<p>The educational and political efforts of the last five decades to include African Americans into the US national narrative are a good illustration of such a collective effort. In the case of Islam, it will require a coalition among religious actors from all faiths who can play a decisive role in promoting similarities between Islam and other monotheistic religions.<\/p>\n<p>This is a noble political task for the decades to come.<\/p>\n<p><em>Jocelyne Cesari<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a9 Common Ground News Service 2013<\/em><\/p>\n<p><em>Qantara.de editor: Lewis Gropp<\/em><\/p>\n<p><em>Dr Jocelyne Cesari is Director of the Islam in the West program at Harvard University and a Senior Research Fellow at the Berkley Centre for Religion, Peace and World Affairs at Georgetown University.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/images.google.de\/imgres?q=Julie+schwannecke&amp;rls=en&amp;bih=603&amp;biw=1344&amp;tbm=isch&amp;tbnid=PMmymNW-i2DRjM:&amp;imgrefurl=http:\/\/de.qantara.de\/content\/islamophobie-die-angst-vorm-inneren-und-ausseren-feind&amp;docid=b7iNQxqxmJxh1M&amp;imgurl=http:\/\/de.qantara.de\/sites\/default\/files\/styles\/editor_large\/public\/uploads\/2013\/05\/27\/US-Botschaft-Tehran-dpa_0.jpg%253Fitok%253DwTFW-P9D&amp;w=590&amp;h=332&amp;ei=E04yUtGeMYvKtAa_9ICwAQ&amp;zoom=1&amp;iact=hc&amp;page=4&amp;tbnh=124&amp;tbnw=216&amp;start=76&amp;ndsp=24&amp;ved=1t:429,r:79,s:0,i:322\"><em>Please visit the source the english original here.<\/em><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>German Translation Islamophobie Warum werden muslimische und westliche Gesellschaften noch immer als gegens\u00e4tzlich betrachtet, m\u00fcssten doch jegliche Vorstellungen von Unvereinbarkeit durch eine Vielzahl an wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen l\u00e4ngst ausger\u00e4umt sein? 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