{"id":1441,"date":"2016-01-04T01:10:05","date_gmt":"2016-01-04T00:10:05","guid":{"rendered":"http:\/\/culturetranslations.de\/en\/?p=211"},"modified":"2016-01-04T01:10:05","modified_gmt":"2016-01-04T00:10:05","slug":"ein-dunkler-thriller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.culturetranslations.de\/en\/ein-dunkler-thriller\/","title":{"rendered":"Ein dunkler Thriller"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8221;section&#8221;][et_pb_row admin_label=&#8221;row&#8221;][et_pb_column type=&#8221;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8221;Text&#8221; background_layout=&#8221;light&#8221; text_orientation=&#8221;left&#8221; text_font_size=&#8221;14&#8243; use_border_color=&#8221;off&#8221; border_color=&#8221;#ffffff&#8221; border_style=&#8221;solid&#8221;]<\/p>\n<div class=\"et_pb_text et_pb_module et_pb_bg_layout_light et_pb_text_align_left  et_pb_text_0\">\n<p>German Translation and adaptation from French original interview<\/p>\n<h5><strong>Interview mit Nadir Mokn\u00e8che<\/strong><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>Der algerische Filmemacher Nadir Mokn\u00e8che thematisiert in seinem neuen Film Noir \u201eGoodbye Morocco\u201c den Kampf um Selbstbestimmung inmitten der Hoffnungslosigkeit einer Gesellschaft. Benjamin Stora sprach mit ihm \u00fcber die Rolle der Frau in der arabischen Welt, Homosexualit\u00e4t und interreligi\u00f6se Ehen.<\/div>\n<p><em>Sobald man aus dem Film rauskommt, denkt man erst einmal: Respekt! Lubna Azabal als Dounia gibt die perfekte Heldin in diesem Krimi ab. Sie verk\u00f6rpert alles in einem: die femme fatale, die Manipulatorin, und die Gottesanbeterin. Das Bild von Frauen mit Macht, die M\u00e4nner f\u00fchren, wird dennoch oft ungern gesehen, und das nicht nur im Orient. Und man neigt dazu zu fragen, wie Dounia nur so hart sein kann?<\/em><\/p>\n<p><strong>Nadir Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Ich habe festgestellt, dass man im Kino ein Problem mit \u201eharten\u201c Frauen hat, au\u00dfer in Tarantinos Burlesken. Und besonders schlimm ist es, wenn es sich um eine arabische Frau handelt. Aber es ist mir nicht m\u00f6glich, die Rolle der arabischen Frau anders darzustellen. Heutzutage, besonders in Tunesien, sieht man h\u00e4ufig, dass der Status der Frau st\u00e4ndig in Frage gestellt wird. Die muslimischen Gesellschaften sind von diesem Thema geradezu besessen.<\/p>\n<p>Dounia wird zwar weder gesteinigt noch eingesperrt. Man nimmt ihr aber das Sorgerecht, so dass sie ihren Sohn nur zwischen T\u00fcr und Angel umarmen darf. Man droht ihr sogar, dass sie ihren Sohn nicht mehr sehen darf. Und warum das alles? Nur weil sie einen Mann liebt, der eine andere Religion hat und aus einem anderen Land stammt. Sie wei\u00df, dass eine Frau auf der anderen Seite des Kanals, 12 km von Tanger entfernt, jeden heiraten kann, den sie m\u00f6chte, sogar eine andere Frau! Also fragt sie sich: \u201eWeshalb nicht ich?\u201c<\/p>\n<p><em>Auf der anderen Seite thematisieren Sie die M\u00e4nner in der arabischen Welt, die sich sch\u00e4men und sich nicht trauen, ihre Emotionen auszuleben. Die Interpretation von Faouzi Bensa\u00efdi als Ali ist dabei bemerkenswert.<\/em><\/p>\n<p>\u201cIch habe wenig Hoffnung in den Arabischen Fr\u00fchling. Vielleicht weil ich es zu eilig habe, eine \u00c4nderung zu sehen. Das muss wohl am Zeitgeist liegen\u201d, sagt Regisseur Nadir Mokn\u00e8che.<\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Als wir diese Rolle ausarbeiteten, dachten wir tats\u00e4chlich an all diese einsamen M\u00e4nner, die ohne Familie in sch\u00e4bigen Hotels, im Kasbah-Viertel, oder in Hammams leben.<\/p>\n<p><em>Der Film l\u00e4sst sich der Individualisierungsbewegung zuordnen, die sich gerade in der muslimisch-arabischen Region ausbreitet. Diese ist gekennzeichnet durch den Willen zur Unabh\u00e4ngigkeit, die Bestimmung des eigenen Schicksals und pers\u00f6nlicher und materieller Interessen. Alle Ihre Charaktere wollen \u00fcber ihr Leben selbst bestimmen, sogar gabriel, der Handwerker aus Senegal. Und einige verlieren dabei ihr Leben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Es handelt sich dabei um meinen eigenen Kampf, da ich es ablehne, nur das Glied einer Kette zu sein. Ich bin von zu Hause fortgegangen, als ich 16 Jahre alt war. Die Figur von Dounia Abdallah ist ein passendes Beispiel f\u00fcr diesen Kampf, in dem es sogar um die Selbstbestimmung des eigenen Vor- und Nachnamen geht. Dounia bedeutet: \u201eDas Leben im Diesseits\u201c und Abdallah \u201eDiener Gottes\u201c. Mit der Namens\u00e4nderung versucht sie, dem Gesetz zu entfliehen.<\/p>\n<p><em>Sie sprechen in ihrem Film das Tabuthema der interreligi\u00f6sen Ehe an. Im Gegensatz zum muslimischen Mann hat eine muslimische Frau ja nicht das Recht einen nicht-muslimischen Mann zu heiraten. Warum haben Sie sich gerade f\u00fcr einen serbischen Partner entschieden?\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Das Treffen mit Rasha Bukvic hat mich in meine Kindheit in Algerien zur\u00fcckversetzt. Damals hatte ich jugoslawische Spielkameraden. Nat\u00fcrlich dachte ich auch an einen franz\u00f6sischen oder spanischen Architekten, aber dann h\u00e4tte man Dounia vorwerfen k\u00f6nnen, dass sie mit ihm nur aufgrund von Interessen zusammen ist. Dimitri ist ein wenig wie die Marokkaner, weil er auch kein Visum f\u00fcr Europa haben kann. Er ist also auch ein \u201cHabenichts\u201d, wie ihn Ali bezeichnet.<\/p>\n<p><em>Obwohl Dimitri dieses Land liebt, bleibt er darin immer der Fremde, ist das nicht so?<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Dimitri ist nicht so fremd wie es scheint. Denn auch er kommt aus einem schizophrenen Land, aus einer Gesellschaft mit vorbestimmten Rollenverh\u00e4ltnissen und dominierenden Familienst\u00e4mmen. Als er sich in Tanger niederl\u00e4sst, verl\u00e4sst er ein Gef\u00e4ngnis, um sich in ein neues zu begeben. Dies ist auch der Grund, weshalb er sich auf diesen Handel mit arch\u00e4ologischen Fundst\u00fccken einl\u00e4sst.<\/p>\n<p><em>Warum handeln die Leute im Film mit arch\u00e4ologischen Funden und nicht mit Haschisch? Dies w\u00e4re doch viel eher zu erwarten, da der Norden Marokkos schlie\u00dflich bekannt f\u00fcr seinen Haschischhandel ist. Und welche Bedeutung hat dieses Fresko, das man h\u00e4ufiger zu sehn bekommt? Ist das eine Jungfrau?<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Das ist eine betende Frau. Das ist typisch f\u00fcr die Zeit, bevor das Christentum zur offiziellen Religion des R\u00f6mischen Reichs erkl\u00e4rt wurde. Ich wusste, dass es ein bedeutendes Netzwerk f\u00fcr den Handel von arch\u00e4ologischen St\u00fccken zwischen Marokko und Europa gibt. Und weil ich mich f\u00fcr diese Anfangsperiode des Christentums in Nordafrika interessiere, habe ich dieses Fresko, das aus dieser Zeit stammt, ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><em>Bisher glaubte man immer, das Christentum sei im 19. und 20. Jahrhundert durch die Europ\u00e4er nach Tanger gekommen, und dass die Geschichte Marokkos mit dem Islam beginne. Und jetzt sieht man im Film pl\u00f6tzlich, dass das Christentum bereits vorher da war.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Ich kannte diese Geschichte, meine eigene Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt ja selbst nicht. Das einzige, was ich an der historischen Wirklichkeit ver\u00e4ndert habe, ist die Tatsache, dass die Berber im Gegensatz zu ihren r\u00f6mischen geistlichen Kollegen jede Art der fig\u00fcrlichen Darstellung, wie die der betenden Dounia, ablehnten. Doch die mit dem Bild verbundene Symbolik erschien mir f\u00fcr den Film interessant.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\u201cIch habe festgestellt, dass man im Kino ein Problem mit \u2018harten\u2019 Frauen hat, au\u00dfer in Tarantinos Burlesken. Und besonders schlimm ist es, wenn es sich um eine arabische Frau handelt\u201d, sagt Mokn\u00e8che.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><em>Diese Geschichte h\u00e4tte auch genauso gut in Algerien gedreht werden k\u00f6nnen. Warum haben Sie sich f\u00fcr Marokko entschieden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong><em>Ich darf in Algerien nicht drehen. Das Visum f\u00fcr die Dreharbeiten von\u00a0<\/em>D\u00e9lice Paloma<em>\u00a0wurde abgelehnt. Somit hatte man mir jegliche Inspiration genommen und ich sah mich gezwungen, mich auch emotional von Algier zu trennen. Seit 2006 habe ich keinen Fu\u00df mehr dorthin gesetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die haben Angst vor einem Film! Das zeigt wohl die Zerbrechlichkeit des heutigen Algeriens. Wollten sie denn nicht darum k\u00e4mpfen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Ein Film ist immer ein Kampf. Es hat f\u00fcnf Jahre gedauert, um\u00a0<em>Goodbye Morocco\u00a0<\/em>zu machen. Insbesondere wenn die Geschichte in diesem Teil der Welt spielt, ist wenig Geld da. Und dann besteht auch noch immer das Risiko der Zensur, sobald man von Nacktheit, Religion und all jenem spricht, das mich an einem Film interessiert.<\/p>\n<p><em>Ab der ersten Filmszene sagt man sich: Nadir Mokn\u00e8che l\u00e4sst nichts aus. Er zeigt die Freiz\u00fcgigkeit der K\u00f6rper, der Sexualit\u00e4t, der Gewalt, den K\u00f6rper einer Frau, die eine Zigarette raucht und dabei Geld z\u00e4hlt. Ist diese extreme Freiheit, mit der Sie auch die Homosexualit\u00e4t benennen, nicht schwierig zu akzeptieren?<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Der Sextourismus in Marokko, und insbesondere der von europ\u00e4ischen Homosexuellen, ist ein offenes Geheimnis. Ich konnte nicht in Tanger filmen, ohne auch dies zu zeigen. Die durch Gr\u00e9gory Gadebois gespielte Pers\u00f6nlichkeit ist weit vom Klischee entfernt. Er ist nicht mit einem Marokkaner zusammen, wie man wahrscheinlich erwarten w\u00fcrde, sondern mit einem Nigerianer.<\/p>\n<p><em>Und wieso haben Sie den Film gerade in Tanger gedreht?<\/em><\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>Im Film handeln viele Leute mit Haschisch und mit arch\u00e4ologischen Funden. Die Freske aus der fr\u00fchchristlichen Zeit Nordafrikas zeigt eine betende Frau.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Der Standort war ideal f\u00fcr meine Geschichte: zwischen dem Tor zu Europa, der pr\u00e4-islamischen Vergangenheit und all dieser Immobiliengesch\u00e4fte. Ein Schweizer Architekt erz\u00e4hlte mir einmal die Geschichte dieser marokkanischen Frau, f\u00fcr die er arbeitete, und die Immobilienmaklerin f\u00fcr unbebaubare Grundst\u00fccke war. Sie konnte sogar bis zu Mordandrohungen gehen, wenn sie nicht das bekam, was sie wollte. Mehr wollte er mir dar\u00fcber nicht erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><em>Nach diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Weg kehrt diese Frau, die sich unbedingt von allen Regeln trennen und alles hinter sich lassen will, wieder zu den alten Normen zur\u00fcck. H\u00e4tte man sich nicht auch ein anderes Ende vorstellen k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Es stirbt ja jemand! Dounia ist am Ende und kehrt wieder an ihren Anfangspunkt zur\u00fcck. Dies bedeutet nicht, dass sie ihren Kampf aufgegeben hat. Man kann immer auf ein \u201eHappy End\u201c hoffen. Ich pers\u00f6nlich habe wenig Hoffnung in den Arabischen Fr\u00fchling. Vielleicht weil ich es zu eilig habe, eine \u00c4nderung zu sehen. Das muss wohl am Zeitgeist liegen.<\/p>\n<p><em>Sie \u00e4hneln Ihren Figuren, die meinen, dass sie keine Zeit mehr zum Warten h\u00e4tten, bis die Dinge auf politischer, kultureller und religi\u00f6ser Ebene endlich geschehen. Sie meinen, es sei bereits genug Zeit verstrichen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mokn\u00e8che:\u00a0<\/strong>Es wollen tats\u00e4chlich viele gehen ohne zu warten. Als wir am Ende der Dreharbeiten Tanger verlassen wollten, fragte mich ein Zollbeamter nach dem Titel des Films. Ich sagte ihm: \u201eGood bye Morocco\u201c, woraufhin er lauthals loslachte und antwortete: \u201eInchallah.\u201c<\/p>\n<p><em>Interview: Benjamin Stora<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen: Julie Schwannecke<\/em><\/p>\n<p><em>@ <span class=\"skimlinks-unlinked\">Qantara.de<\/span> 2013<\/em><\/p>\n<p><em>Nadir Mokn\u00e8che ist algerischer Filmemacher, der mehrere Spielfilme gedreht hat, unter\u00a0<\/em>anderem \u201e<em>Goodbye Morocco\u201c (2012), \u201eD\u00e9lice Paloma\u201c (2007), \u201eViva Laldj\u00e9rie\u201c (2004)<\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p><em>Please find the original of the german translation <a href=\"http:\/\/de.qantara.de\/content\/interview-mit-nadir-mokneche-ein-dunkler-thriller\">here<\/a><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>Original in french<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h5><strong>Goodbye Marocco<\/strong><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Benjamin Stora: Quand on sort du film, on se dit tout de suite : <em>\u00ab Ah la la ! Lubna Azabal est superbe en h\u00e9ro\u00efne de film noir, la femme fatale, manipulatrice, mante religieuse\u2026 \u00bb <\/em>Le r\u00f4le a-t-il \u00e9t\u00e9 \u00e9crit pour elle?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nadir Mokn\u00e8che:<\/strong> J\u2019\u00e9tais dans une phase diffi- cile d\u2019\u00e9criture. Le personnage de Dounia Abdallah n\u2019\u00e9tait pas, on va dire, \u00ab au point. \u00bb Lubna me laisse un message me disant qu\u2019elle \u00e9tait \u00e0 Paris et qu\u2019elle voulait d\u00eener avec moi. \u00c7a faisait plusieurs ann\u00e9es qu\u2019on ne s\u2019\u00e9tait pas vus. Je l\u2019attendais au restaurant. Elle \u00e9tait en retard. Tout \u00e0 coup, je la vois, \u00e9clair\u00e9e par les lampadaires, qui s\u2019avan\u00e7ait vers moi. Elle avait chang\u00e9 physiquement. J\u2019ai m\u00eame eu un peu de mal \u00e0 la reconna\u00eetre. Et l\u00e0, j\u2019ai revu Kathie dans <em>La Griffe du Pass\u00e9 <\/em>allant au rendez-vous avec Jeff. C\u2019est une magnifique sc\u00e8ne de rencontre, o\u00f9 Kathie appara\u00eet d\u2019abord dans la p\u00e9nombre, puis elle se d\u00e9voile sous la lumi\u00e8re du soleil d\u2019Acapulco. Ce soir-l\u00e0, je n\u2019ai rien dit \u00e0 Lubna. En rentrant chez moi, j\u2019ai revu le film de Tourneur. Et j\u2019ai commenc\u00e9 \u00e0 travailler sur le personnage de Dounia en pensant \u00e0 elle. La narration non lin\u00e9aire m\u2019est apparue comme une \u00e9vidence, avec l\u2019avant et l\u2019apr\u00e8s de cette fameuse nuit, qui va d\u00e9terminer leur destin \u00e0 tous.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>:<strong> Pourquoi ce choix d\u2019une narration non lin\u00e9aire?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>La disparition de Gabriel est le summum de la violence, la sc\u00e8ne primitive au sens propre et figur\u00e9. Tout se joue \u00e0 cet instant-l\u00e0. \u00c0 quel moment doit-on la r\u00e9v\u00e9ler aux spectateurs ? C\u2019est aussi une histoire o\u00f9 le pass\u00e9 vient sans cesse resurgir dans le pr\u00e9sent des personnages : la fresque, l\u2019enfance de Dounia et d\u2019Ali, l\u2019ex-mari, le corps de Gabriel\u2026 Mon autre pr\u00e9occupation \u00e9tait de traiter de sujets complexes (le statut de la femme, les harragas, les rapports nord\/sud\u2026) sans mettre les personnages au service d\u2019une analyse ou d\u2019une cause. La construction nonchronologique me paraissait \u00eatre un outil efficace, et qui permet de tenir le spectateur en haleine.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Je trouve que les \u00e9l\u00e9ments constitutifs du film noir, comme la fatalit\u00e9 tragique, la relation perverse et empoisonn\u00e9e entre le pass\u00e9 et le pr\u00e9sent, correspondent bien aux soci\u00e9t\u00e9s arabes d\u2019aujourd\u2019hui. Les personnages sont pris dans des situations qu\u2019ils ne ma\u00eetrisent pas, et accul\u00e9s \u00e0 des d\u00e9cisions d\u00e9sesp\u00e9r\u00e9es. L\u2019acte, m\u00eame si c\u2019est Ali qui l\u2019ex\u00e9cute, rend Dounia dure. On se dit : \u00ab Comment peut-elle aller jusqu\u2019\u00e0 l\u00e0 ? \u00bb<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>J\u2019ai remarqu\u00e9 qu\u2019au cin\u00e9ma, on avait du mal avec les personnages de femmes \u00ab dures \u00bb, sauf quand c\u2019est trait\u00e9 en \u00ab burlesque \u00bb comme chez Tarantino. C\u2019est encore pire quand c\u2019est une femme arabe.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>\u00c7a d\u00e9range toujours de voir des femmes de pouvoir, qui dirigent des hommes, et pas seulement en Orient ou au Maghreb. Quand on conna\u00eet de l\u2019int\u00e9rieur les soci\u00e9t\u00e9s arabes, on sait bien que les femmes exercent le pouvoir dans l\u2019espace priv\u00e9. Ici, la transgression provient de l\u2019exercice de cette domination matriarcale dans l\u2019espace public, sur le chantier\u2026<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Je ne peux pas \u00e9crire un personnage de femme arabe autrement. On voit bien (comme en Tunisie aujourd\u2019hui) que le statut de la femme est constamment remis en question. C\u2019est l\u2019obsession perp\u00e9tuelle des soci\u00e9t\u00e9s musulmanes. Certes, Dounia n\u2019est ni lapid\u00e9e, ni enferm\u00e9e. On lui retire juste la garde de son fils. Elle a le droit de l\u2019embrasser entre deux portes. On va jusqu\u2019\u00e0 la menacer de ne plus le voir. Et pourquoi ? Parce qu\u2019elle aime un homme d\u2019une autre religion, d\u2019un autre pays. Elle sait que de l\u2019autre c\u00f4t\u00e9 du d\u00e9troit, \u00e0 12km de Tanger, une femme peut \u00e9pouser qui elle veut (m\u00eame une autre femme !). Elle se dit : \u00ab Pourquoi pas moi ? \u00bb<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Le film s\u2019inscrit dans ce grand mouvement d\u2019individualisation qui a commenc\u00e9 dans le monde arabo-musulman ; volont\u00e9 d\u2019autono- mie, de direction de son destin, de ses int\u00e9r\u00eats, de ses int\u00e9r\u00eats mat\u00e9riels aussi\u2026 Tous les per- sonnages veulent d\u00e9cider pour eux-m\u00eames, \u00eatre en prise avec leur propre vie, jusqu\u2019aux ouvriers s\u00e9n\u00e9galais, \u00e0 commencer par Gabriel\u2026 Certains y perdent la vie.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>C\u2019est mon combat, refuser de n\u2019\u00eatre qu\u2019un maillon d\u2019une cha\u00eene. Je suis parti de la maison quand j\u2019avais 16 ans. Pour moi le personnage de Dounia Abdallah est embl\u00e9matique de ce combat jusqu\u2019au choix m\u00eame de son pr\u00e9nom et nom : Dounia veut dire \u00ab La vie ici-bas \u00bb, et Abdallah \u00ab Le serviteur (esclave) de Dieu \u00bb. Elle va refuser d\u2019ob\u00e9ir \u00e0 sa loi.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Parmi les diff\u00e9rents tabous que vous affrontez, il y a celui du mariage interreligieux. Une musulmane, contrairement \u00e0 un homme, n\u2019a pas le droit d\u2019\u00e9pouser un non-musulman. En Egypte, c\u2019est une cause d\u2019affrontement entre Coptes et Musulmans. Probl\u00e8me qu\u2019on retrouve aussi en France. Les enfants issus de ce type d\u2019union ne sont pas reconnus dans les pays d\u2019origine, comme le Maroc. Est-ce que ce n\u2019est pas une plus grande provocation en choisissant un Serbe, quand on sait ce qui s\u2019est pass\u00e9 dans l\u2019ex-Yougoslavie ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>La rencontre avec Rasha Bukvic m\u2019a renvoy\u00e9 \u00e0 mon enfance alg\u00e9roise. J\u2019avais \u00e0 l\u2019\u00e9poque des camarades Yougoslaves. Bien s\u00fbr, j\u2019ai pens\u00e9 \u00e0 un architecte fran\u00e7ais ou espagnol, mais on aurait toujours pu soup\u00e7onner Dounia d\u2019\u00eatre avec lui par int\u00e9r\u00eat. Dimitri est un peu comme les maro- cains ; il ne peut pas avoir de visa pour l\u2019Europe. Un \u00ab va-nu-pieds \u00bb, comme dit Ali.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Il reste l\u2019\u00e9tranger qui n\u2019arrive pas \u00e0 rentrer dans cette soci\u00e9t\u00e9. Pourtant, il aime ce pays, sans pouvoir le saisir. Il \u00e9carte les rideaux, il regarde \u00e0 travers des portes, il tend l\u2019oreille\u2026<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Dounia et Dimitri ne sont pas \u00e9trangers l\u2019un \u00e0 l\u2019autre. Lui aussi vient d\u2019un pays schizophr\u00e8ne, une soci\u00e9t\u00e9 o\u00f9 tous les r\u00f4les sont fix\u00e9s, o\u00f9 c\u2019est le groupe, la tribu qui pr\u00e9domine. En s\u2019installant \u00e0 Tanger, il se lib\u00e8re d\u2019un carcan pour tomber dans un autre. Et c\u2019est pour \u00e7a qu\u2019il se laisse embarquer dans cette affaire de trafic.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Le nord du Maroc est connu pour le trafic de haschisch. Vous avez pr\u00e9f\u00e9r\u00e9 un trafic de pi\u00e8ces arch\u00e9ologiques. C\u2019est quoi cette fresque, c\u2019est une Vierge ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>C\u2019est une orante, une femme en pri\u00e8re. C\u2019est caract\u00e9ristique de cette p\u00e9riode des premiers si\u00e8cles, avant que le christianisme ne devienne la religion officielle de l\u2019empire Romain. Je savais qu\u2019au Maroc, il y avait un r\u00e9seau de trafic de pi\u00e8ces arch\u00e9ologiques avec l\u2019Europe. Comme je m\u2019int\u00e9resse \u00e0 cette p\u00e9riode des premiers temps de la chr\u00e9tient\u00e9 en Afrique du Nord, j\u2019ai choisi une fresque pal\u00e9ochr\u00e9tienne.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Le Christianisme est associ\u00e9 \u00e0 la pr\u00e9sence Europ\u00e9enne du 19\u00e8me et 20\u00e8me si\u00e8cle, justement \u00e0 travers la ville de Tanger, cosmopolite. On oublie que les P\u00e8res de l\u2019\u00e9glise \u00e9taient en majorit\u00e9 berb\u00e8res : les Tertullien, Augustin\u2026 On a l\u2019impression, fausse, que l\u2019Histoire du Maroc, du Maghreb, commence avec l\u2019Islam. Et tout \u00e0 coup, le pass\u00e9 surgit. Ce pass\u00e9 qu\u2019on veut enfouir, oublier \u00e0 jamais.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>J\u2019ignorais moi-m\u00eame cette histoire, mon histoire. L\u2019unique entorse que j\u2019ai faite \u00e0 la v\u00e9rit\u00e9 historique, c\u2019est que les Berb\u00e8res, contrairement \u00e0 leurs coreligionnaires romains, \u00e9taient contre la repr\u00e9sentation figurative. La symbolique orante Dounia me semblait int\u00e9ressante.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Somme toute, il s\u2019agit d\u2019un drame amou- reux : deux hommes qui aiment la m\u00eame femme, trois avec l\u2019ex-mari. J\u2019ai \u00e9t\u00e9 tr\u00e8s touch\u00e9 par Ali : \u00e9mouvant, sensible, souffrant d\u2018une grande solitude ; le voir dans sa petite chambre, son lit \u00e0 une place, ses perruches. On vous conna\u00eet pour vos tr\u00e8s beaux r\u00f4les de femmes. C\u2019est votre premier grand personnage masculin, et il parle uniquement en arabe.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>C\u2019est bien la premi\u00e8re fois que j\u2019\u00e9cris un personnage masculin important, et des dialogues dans ma langue maternelle. \u00c7a peut pr\u00eater \u00e0 sourire, mais Ali est rentr\u00e9 dans l\u2019histoire par effraction. Je ne l\u2019ai pas vu venir, jusqu\u2019\u00e0 ce qu\u2019il s\u2019impose. Au fur et \u00e0 mesure que le sc\u00e9nario avan\u00e7ait, il s\u2019est hiss\u00e9 \u00e0 la hauteur de Dounia, lui le fils de la bonne. Ali est amoureux d\u2019elle depuis toujours. Mais, il n\u2019arrive pas \u00e0 lui parler, \u00e0 la s\u00e9duire. Et ce n\u2019est pas r\u00e9ductible \u00e0 la question de la classe sociale, m\u00eame si elle est centrale.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Il y a beaucoup d\u2019hommes comme \u00e7a dans le monde arabe, qui n\u2019arrivent pas \u00e0 aller jusqu\u2019au bout de leurs sentiments, avec cette pudeur qui les caract\u00e9risent. L\u2019interpr\u00e9tation de Faouzi Bensa\u00efdi est remarquable.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Nous avons travaill\u00e9 le r\u00f4le en pensant en effet \u00e0 ces hommes solitaires, sans famille, habitant dans des h\u00f4tels miteux de la casbah, ou dans des hammams.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Les personnages des vigiles sont aussi tr\u00e8s repr\u00e9sentatifs de cette mis\u00e8re sociale qu\u2019on rencontre au Maroc, et qui provoque par moments une grande violence.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>On pense aux kamikazes de Casablanca ! Ali a un comportement kamikaze. Au lieu d\u2019\u00eatre fou de Dieu, il est fou d\u2019une femme.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Dounia et Ali ont grandi ensemble. La sc\u00e8ne chez lui est d\u2019autant plus terrible. Elle va jusqu\u2019\u00e0 le traiter d\u2019esclave. Elle est\u2026 j\u2019allais presque dire castratrice.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Elle ne veut plus lui laisser aucun espoir. Dounia se rend compte qu\u2019elle est attir\u00e9e par Ali. Peut-\u00eatre parce qu\u2019il lui montre jusqu\u2019o\u00f9 il peut aller pour elle. Elle va enterrer le pass\u00e9 qui l\u2019em- poisonne. Elle va domestiquer sa passion. Rien ne doit contrarier son projet de partir avec son fils et son amant.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Au commissariat, elle a un tr\u00e8s beau geste. Elle lui caresse le visage. C\u2019est-\u00e0-dire qu\u2019elle accepte son amour d\u2019une certaine fa\u00e7on.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Elle pourrait l\u2019attendre \u00e0 sa sortie de prison.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>On pourrait parfaitement imaginer cette histoire en Alg\u00e9rie. Pourquoi vous avez choisi le Maroc ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Je suis de facto interdit de tournage en Alg\u00e9rie. Il y a eu un refus de visa d\u2019exploitation pour <em>D\u00e9lice Paloma. <\/em>Comme on m\u2019a amput\u00e9 de ma source d\u2019inspiration, il a fallu que je coupe \u00e9motionnellement avec Alger. Je n\u2019y ai plus remis les pieds depuis ao\u00fbt 2006.<\/p>\n<p><em>B.S : <\/em><strong>Ils ont eu peur d\u2019un film! \u00c7a en dit long <\/strong><strong>sur l\u2019\u00e9tat de fragilit\u00e9 de l\u2019Alg\u00e9rie aujourd\u2019hui\u2026 Vous ne vouliez pas vous battre?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>R\u00e9aliser un film est un combat. J\u2019ai mis plus de cinq ans \u00e0 faire <em>Goodbye Morocco. <\/em>Surtout quand l\u2019histoire se d\u00e9roule dans cette partie du monde, peu d\u2019argent est disponible. Et puis il y a toujours le risque de la censure d\u00e8s qu\u2019on parle de nudit\u00e9, de religion, enfin tout ce qui m\u2019int\u00e9resse dans un film.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>D\u00e8s la sc\u00e8ne d\u2019ouverture du film, on se dit : <em>\u00ab Nadir Mokn\u00e8che ne l\u00e2che rien. Il continue \u00e0 montrer la libert\u00e9 des corps, la sexualit\u00e9, la violence \u2013 le corps d\u2019une femme fumant une cigarette, manipulant de l\u2019argent \u00bb. <\/em>Le person- nage est camp\u00e9 d\u2019entr\u00e9e de jeu. Cette extr\u00eame libert\u00e9, les questions touchant \u00e0 l\u2019homo- sexualit\u00e9, sont des choses difficiles \u00e0 accepter. Fersen pouvait-il ne pas \u00eatre homosexuel ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Le tourisme sexuel au Maroc, et en parti- culier celui des gays europ\u00e9ens, est un secret de polichinelle. Je ne pouvais pas filmer Tanger sans le montrer. L\u2019esprit de Paul Bowles est toujours l\u00e0\u2026 Le personnage jou\u00e9 par Gr\u00e9gory Gadebois est tr\u00e8s loin du clich\u00e9. On s\u2019attend \u00e0 ce qu\u2019il soit avec un Marocain : non, il est avec un Nig\u00e9rian.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>La lumi\u00e8re de Tanger est particuli\u00e8re (plut\u00f4t blanche) \u00e0 cause certainement de l\u2019At- lantique, et de ce fameux vent d\u2019est (le chergui). H\u00e9l\u00e8ne Louvart a fait la lumi\u00e8re de votre premier film tourn\u00e9 au Maroc. C\u2019est pour cette raison- l\u00e0 que vous revenez vers elle ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Au-del\u00e0 de ses qualit\u00e9s artistiques, H\u00e9l\u00e8ne est quelqu\u2019un de formidable, qui ne trahit jamais votre mise en sc\u00e8ne. Je savais qu\u2019elle allait restituer l\u2019atmosph\u00e8re du film noir : la moiteur, le brouillard\u2026<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Le choix de Tanger est une fa\u00e7on pour vous de retrouver Alger ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Tanger en soi n\u2019est pas une belle ville, contrairement \u00e0 Alger, ou \u00e0 d\u2019autres villes au Maroc.<\/p>\n<p>C\u2019est son site qui est exceptionnel, un cadre id\u00e9al pour mon histoire : l\u2019entre-deux, la fronti\u00e8re, la porte de l\u2019Europe, le pass\u00e9 pr\u00e9-islamique, et toutes ces affaires de sp\u00e9culations immobili\u00e8res. Un architecte suisse m\u2019a racont\u00e9 l\u2019histoire de cette femme marocaine pour qui il travaillait, qui \u00e9tait promoteur immobilier sp\u00e9cialis\u00e9e dans les terrains inconstructibles en bord de mer. Elle pouvait aller jusqu\u2019aux menaces de mort si elle n\u2019obtenait pas ce qu\u2019elle voulait. Il n\u2019a pas voulu m\u2019en dire plus\u2026<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>: <strong>Apr\u00e8s tout ce parcours extraordinaire, cette femme, qui veut absolument s\u2019\u00e9vader de tout, casser les codes, revient \u00e0 la norme. Est-ce qu\u2019on aurait pu imaginer une autre fin ?<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Il y a mort d\u2019homme ! Dounia est cass\u00e9e. Elle retourne \u00e0 la case d\u00e9part. \u00c7a ne signifie pas qu\u2019elle est finie. Maintenant, on peut toujours imaginer une autre fin, un \u00ab happy end \u00bb. Person- nellement, j\u2019ai peu d\u2019espoir dans ce qu\u2019on appelle le printemps arabe. Peut-\u00eatre parce que je suis trop press\u00e9 de voir le changement. C\u2019est d\u00fb sans doute \u00e0 l\u2019air du temps.<\/p>\n<p><em>B.S <\/em>:<strong> Vous ressemblez \u00e0 vos personnages. Si on prend le ph\u00e9nom\u00e8ne des \u00ab harragas \u00bb, ils s\u2019en vont parce qu\u2019ils disent : \u00ab moi, je n\u2019ai pas le temps d\u2019attendre \u00bb que politiquement, id\u00e9ologi- quement, culturellement, religieusement, toutes ces choses-l\u00e0 soient r\u00e9alis\u00e9es. On n\u2019attend plus. On a d\u00e9j\u00e0 perdu beaucoup de temps.<\/strong><\/p>\n<p><em>N.M <\/em><strong>: <\/strong>Beaucoup ont effectivement ce d\u00e9sir de partir sans attendre. Au moment de quitter Tanger \u00e0 la fin du tournage, \u00e0 la douane, un jeune policier me demande le titre du film\u2026 Je lui dis : \u00ab Good- bye Morocco \u00bb. Il \u00e9clate de rire et me r\u00e9pond : \u00abInchallah.\u00bb<\/p>\n<p><em>Cin\u00e9aste alg\u00e9rien, <strong>Nadir Mokn\u00e8che<\/strong> a r\u00e9alis\u00e9 <\/em><em> plusieurs longs m\u00e9trages (2012 \u2022 Goodbye Morocco\u2028 2007 \u2022 D\u00e9lice Paloma\u2028 2004 \u2022 Viva Laldj\u00e9rie\u2028 2000 \u2022 Le Harem de Mme Osmane) ainsi que deux courts m\u00e9trages : 1995 \u2022 Jardin 1994 \u2022 Hanifa<\/em><\/p>\n<p><em>You&#8217;ll find the original interview in French<\/em> <em><a href=\"http:\/\/www.babelmed.net\/index.php\/arte-e-spettacolo\/130-marocco\/13226-goodbye-marocco.html\">here<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>German Translation and adaptation from French original interview Interview mit Nadir Mokn\u00e8che &nbsp; Der algerische Filmemacher Nadir Mokn\u00e8che thematisiert in seinem neuen Film Noir \u201eGoodbye Morocco\u201c den Kampf um Selbstbestimmung inmitten der Hoffnungslosigkeit einer Gesellschaft. 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